Suche
Suche Menü

Bundestagsabgeordneter Özdemir im Austausch mit den Duisburger Wirtschaftsjunioren

Einmal im Jahr laden die Duisburger Wirtschaftsjunioren zum Kamingespräch ein. In den vergangenen Jahren konnten hierzu Franz M. Haniel, Oberbürgermeister Sören Link und Uni-Rektor Prof. Dr. Ullrich Radtke begrüßt werden. In diesem Jahr wurde der Bundestagsabgeordnete Mahmut Özdemir ins Haus der Unternehmer eingeladen. Eine Vielzahl von Themen wurde an diesem Abend diskutiert. Die Wirtschaftsjunioren interessierten sich aber auch für die Erfahrungen, die der Bundestagsabgeordnete im besten Juniorenalter bisher sammeln konnte und was ihn antreibt. „Es macht mir Spaß, weil man jeden Tag etwas verbessern kann“, schilderte Özdemir seine Motivation, wobei er zu Bedenken gab, dass Politik auch bedeute, dass die eigene Meinung, die man in den politischen Prozess eingebracht habe, nicht jeden Tag dessen Ergebnis entspricht.

Zentral sei für ihn gesellschaftliche Sicherheit, weshalb er trotz deutlicher Kritik am Mindestlohn auch aus der Runde der Wirtschaftsjunioren an seiner Position festhielt und darauf hinwies, dass der Mindestlohn die Flexibilisierungen des Arbeitsmarktes etwas korrigiert hätte mit dem Ziel, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu fördern, so dass Arbeitnehmer von ihrer Arbeit ohne staatliche Unterstützung leben könnten.

Sein Ziel sei es, etwas von der Arbeit in Berlin in die Heimat mitzubringen. Deshalb mache er sich bspw. dafür stark, dass zusätzliche Mittel zur Unterstützung des Strukturwandels nach Duisburg fließen.

Auf die Sorgen der Wirtschaftsjunioren über die Gefährdung des Generationswechsels in den Unternehmen durch die Reformpläne für die Erbschaftsteuer angesprochen, betonte Özdemir, dass es auch sein Ziel sei, dass die Unternehmen ihren Geschäftsbetrieb auch beim Übergang auf die nächste Generation aufrechterhalten können. Ziel der gesetzlichen Verschonung betrieblichen Vermögens bei der Erbschaftsteuer müsse aber bleiben, dass Arbeitsplätze gesichert werden. Die Wirtschaftsjunioren hoben hervor, dass nach einer aktuellen Umfrage unter den Wirtschaftsjunioren drei Viertel den Bürokratieabbau und die Stärkung des Unternehmertums als wichtigste politische Themen betrachten. Beide Aspekte sind durch die Pläne zur Reform der Erbschaftsteuer betroffen, da auch die Bürokratiekosten durch die deutliche Absenkung der Nachweisgrenzen von 20 auf 3 Arbeitnehmer steigen. Herr Özdemir sprach sich in diesem Zusammenhang für eine moderate Anpassung der Nachweisgrenzen und allgemein dafür aus, die Folgekosten für gesetzgeberische Projekte besser zu bewerten, um fundiertere politische Entscheidungen treffen zu können.

Um die Folgen von politischen Entscheidungen ging es auch den Wirtschaftsjunioren aus der Stahlindustrie. Aufgrund der Abhängigkeit von 25.000 Arbeitsplätzen in Duisburg sahen die Wirtschaftsjunioren die Pläne im Energiebereich als „dunkle Wolken am Horizont“. Hier müsse es darum gehen, Ausnahmeregelungen zu erreichen, um besondere Belastungen bestimmter Branchen zu vermeiden, die deren Wettbewerbsfähigkeit gefährden, betonte Özdemir.

Der Sprecher der Wirtschaftsjunioren, Erhan Köse, sprach sich erneut für eine Willkommenskultur gegenüber den Flüchtlingen aus. Özdemir betonte, dass es sich bei ihnen um die Nachbarn, Kollegen und Selbstständigen von morgen handeln würde und deshalb möglichst schnell mit Integrationskursen die Regeln der deutschen Gesellschaft und die deutsche Sprache vermittelt werden müssten. Dabei betonte er, dass bei der Einrichtung von Notunterkünften auch die Nachbarschaft einbezogen werden müsse, um die Akzeptanz und das hohe gesellschaftliche Engagement zu erhalten und zu bündeln. Mit der Investition in die Integration müsse aber auch die Investition in öffentliche Einrichtungen Schritt halten, um den Anliegen der Bevölkerung, die einen Großteil der Integrationsarbeit leisten müsse, besser gerecht zu werden.

Die Wirtschaftsjunioren Duisburg bedankten sich bei Herrn Özdemir für den fruchtbaren Austausch über eine Vielzahl von Themen verbunden mit der Hoffnung, auch in Zukunft daran anknüpfen zu können.